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Naturfreundejugend Hessen
Stadtrundgang Stationen

Weltreise einer Jeans

Ort: H&M

Eine Jeans hat mehr Länder gesehen als der/die deutsche DurchschnittsbürgerIn. Anhand von H&M wird ein Überblick über
Die Fertigungsschritte einer Jeans gegeben, um zu zeigen, welche
Weltreise dieses Kleidungsstück hinter sich hat, bevor es in Deutschland in den Laden kommt.

Weltreise einer Jeans (z.T. aus KonsuMensch-Unterlagen übernommen, z.T. ergänzt/ verändert)

Exemplarisch anhand von H&M wird ein Überblick über die Verteilung der einzelnen Fertigungsschritte einer Jeans auf zahlreiche Länder gegeben.

Didaktik Einstieg:

Material:

  • Aufblasbare Weltkugel oder große laminierte Weltkarte, auf der Stationen markiert werden können.
  • Für die einzelnen Stationen Bilder von den Herstellungsprozessen, noch besser anfassbare Dinge (z.B. Baumwolle, Naturbaumwollfaden, gefärbtes Stück Stoff)

 

Einführung in die Thematik Kleidung:

  • Wir Deutschen sind im wahrsten Sinne des Wortes „gut betucht“. Was glaubt Ihr, wie viele Kleidungsstücke der oder die Deutsche pro Jahr kauft? Durchschnittlich zwischen 40 und 70, das entspricht etwa 14 kg.
  • In typischen Baumwollanbaugebieten werden nur etwa 2 kg Kleidung / Jahr verbraucht.
  • Exemplarisch haben wir H&M herausgegriffen, um die globalen Zusammenhänge in der Textilindustrie aufzuzeigen. Das gleiche gilt aber im Prinzip auch für C&A, Karstadt-Quelle, Benetton, Levi’s, New Yorker, Zara etc.

 

Didaktik:
Jetzt schaut  jede/r mal in seiner Kleidung aufs Etikett, woher die kommt. Wie Ihr sehen könnt, sind das v.a. asiatische Länder.

Weltreise einer Jeans
Am Beispiel einer Jeans will ich euch nun zeigen, was für eine Weltreise ein Kleidungsstück in aller Regel hinter sich hat, wenn es in den Laden kommt.

Diese Jeans (eine/n Schüler/in mit Jeans heranziehen) ist der Inbegriff von Globalisierung, sie hat vermutlich mehr von der Welt gesehen, als die meisten von uns.

  1. Jeans bestehen aus Baumwolle, die zum großen Teil in Indien (auf der Karte suchen lassen) angebaut wird.
    • Überwiegend auf großen Plantagen in Monokultur
    • Damit einher gehen i.d.R. ein hoher Wasserverbrauch, starker Einsatz von künstlichen Dünge- und Pflanzenschutzmitteln
    • Hoher Einsatz von Pestiziden verursacht jährlich eine Million Vergiftungskrankheiten bei ErntearbeiterInnen
    • (Es entstehen hohe Umweltschäden, schwere Belastungen des Bodens und des Grundwassers, sowie Pestizidrückstände im Produkt)
    • (Aber nachhaltiges Wirtschaften ist schwer, da der Weltmarktpreis niedrig ist und besonders die Hersteller von Düngemitteln und Pestiziden großen Druck z.B. auf Banken ausüben, so dass z.B. indische Baumwollbauern nur dann Kredite bekommen, wenn sie das Geld zu 50% in Pestizide und Düngemittel investieren).
    • Bevor die Baumwolle angebaut wird, wird sie jedoch, wenn sie von den großen Baumwollsaatherstellern wie dem Bayer-Konzern oder Monsanto stammt, von Kinderhand gezüchtet. Eine aktuelle Studie schätzt die Zahl der in Indien arbeitenden Kinder im Bereich der Baumwollsaatproduktion auf bis zu 450.000. Ca. 80% der dort arbeitenden Kinder sind Mädchen, sie arbeiten 9 bis 12 Stunden täglich und erhalten für eine Zwölfstundenschicht weniger als 50 cent; ihre Gesundheit wird durch die Pestizide geschädigt, 30% haben nie eine Schule besucht.
  2. Nach der Ernte wird die Baumwolle nach China versandt, wo sie mit einer Schweizer Ringspinnmaschine versponnen wird.
  3. Von dort geht es nach Taiwan, wo das ganze mit chemischer Indigofarbe aus Deutschland gefärbt wird.
  4. Dann wird der Stoff in Polen auf deutschen Ringspinnmaschinen gewebt. Viele der dort arbeitenden Menschen arbeiten unter dem so genannten Weberhusten, ausgelöst durch eingeatmete Baumwollfasern.
  5. Innenfutter und Washinglabel kommen aus Frankreich.
  6. Aus Schweden werden Schnittmuster und Design per eMail auf die Philippinen geschickt.
  7. Auf den Philippinen werden die Stoffe zusammengenäht, i.d.R. in so genannten Sweatshops, in denen philippinische Gesetze, Mindestlöhne & Steuern außer Kraft gesetzt werden, um Investoren anzulocken.
  8. In Griechenland wird die Jeans mit Bimsstein bearbeitet.
  9. Schließlich landet sie in Deutschland, wo sie verkauft und getragen wird.
  10. In den Niederlanden wird sie sortiert, nachdem sie in die Altkleidersammlung gesteckt wurde.
  11. Und dann z.B. in Tansania (Afrika) verkauft, was einerseits den einheimischen Kleidungsmarkt kaputt macht, andererseits aber armen Menschen überhaupt erst ermöglicht, Kleidung zu kaufen.

 

Alternativen:

  • Kleidung tauschen
  • Second hand / Flohmarkt kaufen
  • American Apparel (da sind die Herstellungsbedingungen – Baumwolle, Einfärben – noch nicht klar; Stoff weben und alles weitere an einem Ort in den USA)

Weiterführende Literatur gibt es z.B. bei:

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