Schrift vergrößernStartseiteImpressum
Naturfreundejugend Hessen
Stadtrundgang Stationen

Wie kommt das Gen in den Burger?

Ort: McDonald’s

Das Fleisch bei McDonald’s kommt endlich aus Deutschland! Also kein Problem mehr in Sachen Regenwald?
Aber: um eine Tonne Rindfleisch zu erzeugen muss die zehnfache
Menge an Futtermittel aufgewandt werden – und dies wird zum Beispiel aus Brasilien importiert. Zusammenhänge zwischen unseren Fleischkonsum und den Einsatz von Gen-Soja und den daraus entstehenden Folgen werden an dieser Station exemplarisch beleuchtet.

McDonald’s – Auswirkungen unseres Fleischkonsums/Einsatz von Gen-Soja 

Didaktik Einstieg:
Verschiedene Menus von McDonalds aus Japan, Thailand und Russland werden gezeigt. Schülerinnen sollen raten, woher die Menus kommen.

McDonald´s Konzernagenda

  • McDonalds ist ein Paradebeispiel für Globalisierung: nahezu jede Facette der Globalisierung könnte hier deutlich gemacht werden
  • McDonalds hat weltweit über 30.000 Filialen in über 121 Ländern und täglich 45 Mio Gäste, ein echter Global Player
  • in Deutschland gibt es 1.250 McDonalds Restaurants
  • wo täglich fast 2 Mio Gäste essen, also jeder 40ste Deutsche

 

Problem Fleischkonsum/Einsatz von Gen-Soja
Didaktik: Eine BigMac-Schachtel wird 10 weiteren Schachteln gegenübergestellt

  • jeden Tag werden in Deutschland 30 000t Rindfleisch zu Burgern verarbeitet, das von Kühen aus Deutschland stammt
  • um dieses Fleisch zu erzeugen, muss  etwa das Zehnfache (d.h. 300 000t) an pflanzlichen Futtermitteln aufgewendet werden,
  • als Futtermittel wird  z. Bsp. Soja verwendet, das zum Teil in Brasilien angebaut wird, wo der Anbau von Gentech-Soja erlaubt wurde

 

Didaktik: Netzwerkspiel
Material: Karten, Knäuel roter Wolle
Die Wolle hat zunächst die Person, die auch die Einführung zum Spiel macht. Die Gruppe steht im Kreis.

  • „Wie viele Deutsche gehen täglich in ein McDonalds-Restaurant?“- und die Person, die antwortet, bekommt die Karte Burger in die Hand und das Wollknäuel.
  • Wie viel Tonnen Rindfleisch verbraucht allein Mc Donald´s in Deutschland um diese Burger herzustellen?“
    Die nächste Karte „30 000 t Rindfleisch“ wird dann an eineN andereN TeilnehmerIn gegeben, möglichst gegenüber der ersten Person oder zumindest nicht direkt daneben. Mit der Karte wird auch das Wollknäuel weitergegeben- wobei die erste Person das Ende des Fadens in der Hand hält!!!
    Um diese Burger zu erzeugen, verbraucht allein Mc Donald´s in Deutschland jährlich 30.000t Fleisch- das sind etwa 100 000 Kühe! Dieses kommt zum großen Teil von süddeutschen ausgedienten Milchkühen, ein geringerer Teil wird aus anderen europäischen Ländern importiert. Früher kam das Rindfleisch aus Argentinien, doch dies wurde u.a. durch den Protest von Verbrauchern aufgegeben. Verarbeitet werden vor allem ausgediente Milchkühe, die nicht etwa auf irgendwelchen Almen herumstehen, sondern in meist riesigen Anlagen gehalten werden.
  • „Wie viel Tonnen pflanzliches Futtermittel muss aufgewendet werden, um dieses Rindfleisch zu erzeugen?
    Die Karte 300 000t Futtermittel wird weitergegeben.
    Es werden ca. 7 Mio. Tonnen Sojaschrot aus den USA, Brasilien und Argentinien nach Deutschland importiert und verfüttert.
    Dort werden riesige Flächen genveränderte Sojapflanzen unter Pestizid Einwirkung angebaut, die den anderen Pflanzen keine Möglichkeit lassen weiter zu existieren. Dadurch gibt es weniger Vielfalt an Pflanzen, der Regenwald schwindet und den Tieren wird der Lebensraum weggenommen.
  • Karte: „Einsatz von Gentechnik“
    2001 stieg die Nachfrage, da ein schneller Ersatz für das verbotene Tiermehl gefunden werden musste- doch sie kann ebenso schnell wieder zurückgehen. Denn gerade beim Sojaanbau ist der Einsatz von Gentechnik inzwischen die Regel. Ein Drittel der Sojawelternte von rund 150 Millionen Tonnen besteht bereits aus gentechnisch veränderten Bohnen. In Brasilien liegt der Anteil bei geschätzten 35%, insgesamt sind es etwa 15% (In den USA liegt der Anteil von gentechnisch verändertem Soja bei 54 %, in Argentinien inzwischen bei 99%) Zwar wird das Soja an Tiere verfüttert, und eine Auswirkung auf den Menschen wurde bisher nicht nachgewiesen - aber auch noch nicht zweifelsfrei widerlegt.
  • Karte: Anbau in Monokulturen
    Riesige Fläche werden mit einer einzigen Pflanze bewirtschaftet. Diese Flächen nehmen den Menschen das Land und dem Boden die Nährstoffe.
  • Karte „Verlust an Vielfalt“
    Die Monokulturen lassen anderen Pflanzen keinen Platz und sie werden immer größer.
  • Karte „Degradation und Zerstörung lokaler Ökosysteme“
    Der Wald wird gerodet, die Monokulturen laugen den Boden aus und lassen anderen Pflanzen keinen Platz mehr. Das Ökosystem wird dadurch immer mehr zerstört.

 

Fazit:

Verflechtungen sind sehr komplex und für den Verbraucher kaum nachvollziehbar, es ist kaum eine Wahlfreiheit besonders bei gentechnisch veränderten Futtermitteln möglich, eine Alternative ist:

 

Was kann ich tun?

  • Weniger (regional erzeugtes, Bio-) oder kein Fleisch/
  • bewusstes Einkaufen!
  • Beteiligung an foodwatch-Kampagne „Burgerbewegung“/

 

Didaktik Abschluss: Flyer der Burger-Bewegung verteilen und bei Bedarf näheres dazu erklären (www.burgerbewegung.de)