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Naturfreundejugend Hessen
Stadtrundgang Infos

Frankfurt mal anders

Ein globalisierungskritischer Stadtrundgang

 

Eine Stadtführung der etwas anderen Art durch Frankfurt: nicht Römer, Dom oder Paulskirche stehen auf dem Programm, sondern Stationen, die zum Shoppen und Konsumieren einladen, wie z.B. H&M, McDonald's, oder Vodafone. Dabei geht es der Naturfreundejugend Hessen und attac Frankfurt um die zumeist unerwünschten und vielen von uns zu wenig bekannten Nebenwirkungen, die unsere Konsumprodukte in anderen Teilen der Welt haben. An konkreten Beispielen können sich Jugendliche ab 14 Jahren darüber informieren, was die großen Konzerne gerne hinter lässigen Slogans verbergen, und wieso und auf welche Weise Markenfirmen für ökologische und soziale Missstände in anderen Ländern verantwortlich sind.

„Globalisierung“ manifestiert sich im Alltag von Jugendlichen z.B. in der Benutzung des Internets, in FreundInnen unterschiedlicher Herkunft oder in einem Big Mac von McDonald´s in der Mittagspause. „Globalisierung“ eröffnet auf der einen Seite mehr Möglichkeiten eigenen Handelns und Erlebens, auf der anderen Seite entstehen aber zahlreiche neue Probleme, die allerdings nur noch schwer erfassbar sind und sich außerhalb unserer unmittelbaren Erfahrung bewegen.

Ziel des Stadtgangs ist es, ein Bewusstsein für die globalen Effekte unseres lokalen Konsums zu schaffen und die Auswirkungen der „Globalisierung“ zu verdeutlichen. Dabei ist es wichtig, „Globalisierung“ als einen vielschichtigen Prozess zu vermitteln, der nicht nur wirtschaftliche, sondern auch soziale und ökologische Auswirkungen hat.

Die Stadtführung beschäftigt sich mit Produkten aus dem Alltagsleben von Jugendlichen, z.B. Kleidung und Handys. Die heutigen Jugendlichen tragen selbst mit beträchtlichem wirtschaftlichem Potential zur Ausgestaltung bestehender und zukünftiger Konsumstrukturen bei1. Sie beeinflussen damit nicht nur die aktuellen Verhältnisse, sondern auch zukünftige Gegebenheiten. Exemplarisch werden Erzeugungsbedingungen einiger von uns konsumierter Produkte vorgestellt und dabei die Diskrepanz zwischen der Werbung der Markenfirmen und der Realität der Produktionsbedingungen verdeutlicht. Die Jugendlichen erhalten so die Möglichkeit, ihr eigenes Konsumverhalten in einem erweiterten Zusammenhang zu sehen und die Grundlage für eine kritische Reflexion ihres eigenen Handelns.

Positive Beispiele und Alternativen im Produktangebot werden bei der Stadtführung aufgezeigt und bei jeder Station wird das Vorhandensein eigener Einflussmöglichkeiten verdeutlicht, um so Anstöße für einen nachhaltigeren Konsum zu geben. Denn „…ohne eine Veränderung unserer Konsumgewohnheiten ist eine nachhaltige Entwicklung nicht vorstellbar“2. Als verantwortungsvolle KonsumentInnen können wir einen Beitrag in Richtung einer nachhaltigen Entwicklung leisten.

Die Idee solch einer der Stadtführungen stammt ursprünglich von FÖJlerInnen beim Jugendumweltbüro Hannover. Sie setzten sich mit dem Thema „Globalisierung“ auseinander und stellten für Hannover verschiedene Stationen zusammen. Daraus bildete sich ein Arbeitskreis, in dessen Rahmen sich Jugendliche mit „KonsuMenschen“ jeglicher Art auseinandersetzen und neue Stationen, Schwerpunktthemen und Aktionen für die Stadtführung entwickeln und umsetzen. Mittlerweile ist in ganz Deutschland ein Netz von KonsuMensch-Führungen entstanden, die von vielen AkteurInnen weiter entwickelt und ausgebaut wurden3. Für Frankfurt wurden diese Grundlagen von der Naturfreundejugend Hessen und attac Frankfurt orts- und zielgruppenspezifisch modifiziert und didaktisch aufbereitet.

 

Das Projekt

Der Stadtrundgang soll in eineinhalb Stunden Aspekte von Globalisierung und Konsum ansprechen. Die Gruppen können sich einzelne Bausteine zusammenstellen und so den Rundgang ihrem Bedarf gezielt und flexibel anpassen.

Das Angebot richtet sich speziell an Jugendliche ab 14 Jahren. Zielgruppen sind vor allem Schulklassen und Oberstufen-Leistungskurse, die im Unterricht Vorkenntnisse erarbeitet haben. Die SchülerInnen erhalten so die Möglichkeit, den behandelten Stoff hautnah und mit aktiver Beteiligung zu erleben. Darüber hinaus steht das Angebot auch anderen, am Themengebiet Globalisierung interessierten, Jugendgruppen offen.

Die Durchführung

Für die Durchführung sind mehrere Möglichkeiten geplant:

§ Für Lehrerinnen und Lehrer, aber auch für die Schülerinnen und Schüler wird es möglich sein, sich den Rundgang mit Hilfe einer hierfür erstellten Arbeitshilfe selbst zu erarbeiten.

§ Zudem soll es die Möglichkeit geben, die Durchführung von der Naturfreundejugend Hessen oder von attac Frankfurt gestalten zu lassen. Dies ist zurzeit noch nicht konkret planbar, da es an ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern für die Durchführung zu Unterrichtszeiten fehlt.

§ Die Inhalte und Materialien des Stadtrundgangs sollen im Herbst 2005 im Rahmen einer LehrerInnen-Fortbildung der GEW vermittelt werden.

Das Material, mit dem der Stadtrundgang geplant werden kann, wird aus einem Ordner mit Informationen und einer Kiste mit anschaulichem Material bestehen. Der Ordner wird didaktisch aufbereitete Texte zu den einzelnen Stationen sowie Hintergrundinformationen zu den Themen enthalten. Alle Themen werden jugendgerecht aufbereitet und behandelt.

Für weitere Informationen wenden sich Interessierte an die Geschäftsstelle Kontakt


 

1 Kids-Verbraucher-Analyse (2001), Springer- und Bauer-Verlag, Hamburg
2 „21“ – Bildung für eine nachhaltige Entwicklung (2004): Konsum und Lebensstile. Ökom Verlag, Berlin
3 KonsuMensch (2004): Das Konzept- ein kurzer Überblick, Hannover